Ich war eben in der Asse – dem maroden Atomlager in meinem Wahlkreis, gleich werde ich auf einer Bürgerversammlung mit Menschen aus der Region diskutieren. Ich habe schon vor einigen Wochen mit dem Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz verabredet, jetzt in die Asse einzufahren. Damals habe ich mir nicht vorstellen können, dass es Versuche geben würde, die Rückholung des Atommülls aus diesem maroden Bergwerk zu torpedieren. Nur eine Rückholung des Atommülls wird wirkliche Sicherheit gewährleisten, dass ist das eindeutige Ergebnis aller wissenschaftlichen Studien. Die Rückholung braucht aber den absoluten Willen aller politisch Verantwortlichen, das größte Strahlenschutzproblem Europas zu lösen. Und das geht nur, wenn jetzt nach Jahren des Vertuschens nicht weiter verzögert wird. Alle technischen Probleme sind in den Griff zu bekommen – wenn das die Verantwortlichen im Bundesumweltministerium und im Landesumweltministerium wirklich wollen. Im Bergwerk und im Bundesamt selbst wird hervorragende Arbeit geleistet. Aber es läuft ein mieses politisches Spiel: Die Verantwortlichen in Berlin und Hannover wollen offenbar so lange warten, bis das, was sie sich öffentlich abzulehnen nie getraut haben, unmöglich wird: Nämlich die Rückholung des Atommülls. Die Atomwirtschaft hat die Rückholung immer abgelehnt – auch weil sie nicht wollte, dass allzu viel über die früheren Versäumnisse in der Asse bekannt wird.