Ich habe gerade in Hamburg das Werk der Aurubis besucht. Die Aurubis AG hieß früher Norddeutsche Affinerie und ist einer der weltweit größten Hersteller von Kupfer. In dem Gespräch mit Vertretern aus Unternehmensführung und Betriebsrat ist mir noch mal sehr deutlich geworden, wie wichtig eine verlässliche Industriepolitik ist.
Der Rohstoff Kupfer wird weltweit stark nachgefragt und wird gerade für den Ausbau der erneuerbaren Energien benötigt. Auf der anderen Seite wird für die Kupferproduktion sehr viel Strom gebraucht.
Unternehmen wie Aurubis brauchen faire Rahmenbedingungen. Denn die Konkurrenten im Ausland haben natürlich wesentlich niedrigere Umweltschutzauflagen, anderswo ist der Strom auch billiger. Es geht nicht um Subventionen. Aber wir müssen die Lasten, die wir der im internationalen Wettbewerb stehenden energieintensiven Industrie aufbürden, so austarieren, dass auch in Zukunft noch in Deutschland wettbewerbsfähig produziert werden kann. Dabei geht es natürlich auch um eine Menge Arbeitsplätze.
Ein wichtiges Detail: Selbst minimale Schwankungen der Spannung im Strometz führen in der Kupferproduktion aus technischen Gründen schnell zu immensen Verlusten. Gerade für Unternehmen wie Aurubis ist es fatal, dass die Bundesregierung beim Thema Netzausbau nichts tut.