Torsten Albig und Gesine Schwan: Gutes Regieren für unser Land
Vor 300 Gästen im Kieler Wissenschaftszentrum begrüßte Moderator Prof. Rainer Burchardt (FH Kiel) am 21. November zwei „Heroen" aus Theorie und Praxis Guten Regierens, SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig und die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Gesine Schwan. Torsten Albig analysierte zunächst den Vertrauensverlust in die Politik und definierte diese als wechselseitigen Prozess. Die Politik frage zu wenig nach und beteilige die Menschen nicht, sondern treffe einschneidende Entscheidungen in kleinen Runden hinter verschlossenen Türen. Gleichzeitig würden sich Politiker oftmals als allwissend darstellen -- eine Erwartung, die nicht erfüllt werden könne. Bürgerinnen und Bürger würden so zu Zuschauern degradiert und genau dies dürften sie in einer Demokratie nicht sein. Gesine Schwan unterstrich dies. Demokratie dürfe keine Entscheidungen in kleinen Zirkeln wollen. Als Merkmale einer vertrauenswürdigen Politik nannte sie Kompetenz, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Die Welt sei in stetem Wandel und werde immer komplexer. Prozesse und Akteure müssten dementsprechend erweitert werden. Politik müsse von kommunaler bis transnationaler Ebene Hilfe bekommen. Gesine Schwans Appell lautet entsprechend: „Wir müssen alle mitregieren." Viele Menschen werden benötigt, um ausreichende Kenntnisse über komplexe Sachverhalte zu erhalten, sonst werde vom Regieren lediglich ein Reagieren bleiben. Elementen direkter Demokratie gegenüber zeigte sich Schwan jedoch skeptisch - Beteiligung müsse ...