... Volker Beck, Grüne, twitterte zurück: "Meinen Sie das alles ernst, was Sie hier schreiben? Die NSDAP war links, weil sozialistisch? Dann war die DDR demokratisch?" ...
Bitte unterstützen und verbreiten: "Vor dem Hintergrund des Ende 2014 auslaufenden Strom-Konzessionsvertrags hat sich der Berliner Energietisch gegründet. Wir wollen dafür sorgen, dass die sich nur alle 20 Jahre ergebende Chance zur Rekommunalisierung der Stromnetze genutzt wird. Gleichzeitig fordern wir die Gründung berlineigener Stadtwerke als einen modernen, ökologischen und sozialen Energiedienstleister."
Seit Jahren lese ich auf den Medienseiten der Zeitungen, wie die sozialen Netzwerke den Journalismus verändern. Internet-Ignorant der ich bin, habe ich das immer für Blödsinn gehalten. Jetzt merke ich: Ich habe mich geirrt (Achtung: wird wieder lang).
Natürlich verändert Facebook den Journalismus. Nicht etwa, weil Facebook-Kommunikation immer übermäßig demokratisch wäre. Auf dieser Seite z.B. kann nur ich eigenständige Beiträge verfassen, alle anderen können nur kommentieren. Theoretisch könnte ich jeden Kommentar, der mir nicht passt, löschen (keine Sorge, tue ich nicht). Das ist die Demokratie des Leserbriefschreibens – nicht mehr.
Natürlich können Journalisten über Facebook auch tatsächliche oder vermeintliche Stimmungen in der Bevölkerung erfassen. Selbstverständlich erleichtern Soziale Netzwerke die Berichterstattung über soziale Bewegungen in Diktaturen (und manchmal sind sie sogar unverzichtbare Werkzeuge für Revolutionäre – das hat ja der arabische Frühling gezeigt).
Mir geht um etwas viel Banaleres: Erstmals verfügen Politiker wie ich mit den Sozialen Netzwerken über Kommunikationskanäle, an dem sie ein massives Eigeninteresse haben. Wenn Politiker den Medien (und damit der Öffentlichkeit) etwas mitteilen wollen, haben sie lange meist auf die gute alte Pressemitteilung gesetzt. Oder sie haben ein Zitat exklusiv an eine Zeitung gegeben, die dieses Zitat dann möglicherweise über die Nachrichtenagenturen verbreitet haben. Den Politikern war es egal, ob es abends in der Tagesschau hieß: „… sagte XY in Berlin“ oder „… sagte XY dem Musterstädter Kreisblatt“.
Inzwischen werden aber auch Facebook-Einträge in der Tagesschau zitiert. Das freut den betreffenden Politiker, denn es schafft Aufmerksamkeit für seinen Kommunikationskanal. Ärgert aber möglicherweise das Musterstädter Kreisblatt, das sonst in der Tagesschau erwähnt worden wäre.
Wir Politiker haben auf einmal ein Interesse daran, unser eigenes „Medium“ nach vorne zu schieben – im Zweifelsfall auch auf Kosten der klassischen Medien. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt. Klar ist für mich: Ich werde weiterhin „exklusiv“ auf Facebook schreiben und dabei auch auf Nutzer-Kommentare eingehen. Aber ich werde auch in Zukunft exklusive Presse-Interviews geben. Und ich werde erst dann auf Facebook Ausschnitte aus meinen Interview-Antworten einstellen, wenn die entsprechende Zeitung erschienen ist. Das ist ein Gebot der Fairness – und dafür bitte ich gleich mal bei den Facebook-Nutzern um Verständnis.