FREIE WÄHLER warnen vor besorgniserregender Unterrichtsversorgung im kommenden Schulhalbjahr
Felbinger: Spaenle fehlt bei Schulpersonalplanung der Weitblick
Nach Ansicht der FREIEN WÄHLER ist die Unterrichtsversorgung an Bayerns Schulen zum nächsten Schulhalbjahr besorgniserregend. Insbesondere Kultusminister Spaenle fehle es an vorausschauender Planung, so Günther Felbinger, bildungspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion. „Wenn nun tatsächlich Lehramtsstudenten mit erster Staatsprüfung oder gar bereits pensionierte Lehrer als Lückenbüßer für die verfehlte Personalpolitik der Bayerischen Staatsregierung herhalten müssen, dann ist dies ein Offenbarungseid für die seit Jahren immer wieder kritisierte Personalpolitik des Kultusministeriums.“
Eine Anfrage der FREIEN WÄHLER an die Staatsregierung beweise nun schwarz auf weiß, dass zum kommenden Schulhalbjahr an den Mittelschulen nicht alle durch Altersteilzeit frei werdenden Stellen durch voll ausgebildete Lehrkräfte besetzt werden könnten. Das hält Felbinger für alarmierend. „Noch im September standen Hunderte fertig ausgebildeter Lehrkräfte bereit – inzwischen haben sie in anderen Bundesländern oder anderweitig einen Job gefunden. Deswegen sucht das Kultusministerium in Bayern nun händeringend nach Ersatz für die fehlenden Junglehrer. Mit einer zielgerichteten Personalpolitik hätte man diesen hochmotivierten Pädagogen jedoch eine Option für eine Anstellung zum Schulhalbjahr geben und sie damit halten können. Dass nun stattdessen Hilfslehrkräfte in die Bresche springen müssen, ist einfach unglaublich.“
Die Landtagsanfrage der FREIEN WÄHLER legt offen, dass zum Februar 26 Stellen bisher noch nicht besetzt werden können und weitere 45 Stellen durch Lehramtsstudenten mit lediglich dem Ersten Saatsexamen abgedeckt werden müssen. Zwar verweist das Kultusministerium darauf, dass die Lehramtsstudenten nur als Mobile Reserve zum Einsatz kommen, doch gibt Felbinger zu bedenken, dass diese Mobile Reserve wegen der insgesamt angespannten Personalsituation bayernweit voll im Einsatz ist und eigenständigen Unterricht halten muss. „Wir brauchen für unsere Schülerinnen und Schüler qualitativ gut ausgebildetes Personal und fordern das Kultusministerium auf, endlich eine nachhaltige, qualitätsorientierte Personalpolitik zu betreiben.“
Zur BLLV-Pressemitteilung „Schulen suchen händeringend Lehrkräfte“
Felbinger: FREIE WÄHLER haben mit ihrer Warnung leider Recht behalten
Die FREIEN WÄHLER haben erneut scharfe Kritik an der Bildungspolitik der Bayerischen Staatsregierung geübt. Nach dem eindringlichen Appell des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) vom Mittwoch, demzufolge die Unterrichtsversorgung an vielen bayerischen Schulen „auf der Kippe“ stehe, sieht sich Günther Felbinger, bildungspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, in seinem schon vor Wochen mehrfach erfolgten Hinweis auf drohenden Lehrermangel zum Schulhalbjahr bestätigt. „Die Situation hat sich landesweit verschärft. Die Unterrichtsversorgung ist an vielen Schulen gefährdet, von einer langfristigen Schul- und Einstellungspolitik kann längst nicht mehr die Rede sein. Entgegen aller Beteuerungen hat Bildung für die Staatsregierung ganz offensichtlich nicht den Stellenwert, wie Kultusminister Spaenle es immer wieder behauptet. Die Hiobsbotschaften im Bildungs bereich werden in den kommenden Monaten nicht abreißen“, ist sich Felbinger sicher.
Die FREIEN WÄHLER wiederholten ihre Forderung nach einer ausreichenden Lehrerversorgung. Das Kultusministerium habe es durch fehlende Weitsichtigkeit bei der Personalplanung versäumt, den fertig ausgebildeten, aber nicht übernommenen Junglehrern rechtzeitig zu Schuljahresbeginn eine Perspektive für eine Anstellung zum Halbjahr zu schaffen. Denn es sei durchaus absehbar gewesen, dass unter anderem wegen der neuen Altersteilzeitregelung zum 15. Februar rund 300 Stellenäquivalente gebraucht werden. „Die Mobilen Reserven sind überall aufgebraucht und keine Ersatz-Lehrkräfte zu finden“, so Felbinger. Viele der jungen Lehrer, die der Freistaat im Herbst in die Arbeitslosigkeit entlassen habe, stünden jetzt nicht mehr zur Verfügung, weil sie sich zwischenzeitlich notgedrungen nach anderweitigen Beschäftigungsmöglichkeiten umsehen mussten. Felbinger befürchtet aufgrund der hauchdünnen Personaldecke Stundenstreichungen und kürzungen im zweiten Schulhalbjahr. „Immer noch sind für rund hundert Stellen keine Bewerber da. Wir FREIE WÄHLER fordern wegen der neuen Gegebenheiten einen zweiten Einstellungstermin zum Halbjahr und unverzügliches unkonventionelles Handeln von Spaenle, um den drohenden Unterrichtsausfall zu verhindern.“