Wer gestern Abend nicht einschalten konnte, hat hier die Möglichkeit sich die Reportage anzuschauen. Mehrere Wochen hat mich der NDR vor und auch nach der Wahl begleitet. Das Resultat könnt ist hier zu sehen.
Hier eine kurze Einschätzung meinerseits:
1. Es ist immer wieder hart für eine Region und deren Menschen den Spiegel vorgehalten zu bekommen. Schnell entsteht der Eindruck, dass das alles nur Schwarzmalerei ist. Aber die Bilder rund um Torgelow und Eggesin waren doch sehr positive. Nicht diese verlassenen Plattenbauten wurden gezeigt (die es hier übrigens gar nicht mehr gibt, da fast 100 % saniert wurden und die Wohnumfeldgestaltungen zum größten Teil agbeschlossen sind.)
2. Ich glaube es ist wichtig, dass wir im Bezug auf die Neonazis nicht die Augen verschließen. Das Problem ist eben da. Die Gewaltbereitschaft kommt hier zum Ausdruck und vor allem auch die Verfassungsfeindlichkeit. Wollen wir hoffen, dass auch solche Bilder den einen oder anderen Verbotsgegner noch umstimmen. Die NPD gehört verboten, denn die Demokratie kann doch nicht die eigenen Feinde finazieren und deren Hetzparolen dulden.
3. Arbeitslosigkeit und Lohnniveau sind in der Reportage doch sehr gut zum Ausdruck gebracht worden. Wir haben nach wie vor Menschen, die keine Arbeit finden und das ist auch traurig. Politik vor Ort muss immer alles daran setzen, um den Menschen eine Perspektive geben. Das gute Schulabschlüsse und Berufsqualifikationen eine wichtige Voraussetzung sind, ist doch wohl klar. Schon jetzt gibt es mehr Ausbildungsplätze als Schulabgänger. Der lange ignorierte Fachkräftemangel ist da! Jetzt heißt es Mindestlohn für alle! Das ist für mich das wichtigste Thema der kommenden Jahre. Wenn wir es schaffen, dass die Leute von ihrem Lohn auch tatsächlich leben können und nicht beim Amt aufstocken müssen, haben wir wieder einen großen Durchbruch erreicht. Gute Löhne entziehen auch den Neonazis den Nährboden und führen wieder zu einer echten Lebenszufriedenheit. Außerdem würde die Kaufkraft der Region massiv angekurbelt werden und junge Menschen damit einen Anreiz haben, hier zu bleiben.
4. Wir haben auch Aufnahmen in meinem SPD-Ortsverein gemacht. Ich will nur nochmal betonen, dass die SPD-Genossen und vor allem auch die Jusos mich nach allen Kräften unterstützen und ich nicht allein da stehe. Auch aus Schwerin erfahre ich eine großartige Unterstützung. Gemeinsam bleiben wir dran und können so vieles in der Region anpacken.
5. Ich bin optimistisch, wenn ich mir die Zukunft der Region vorstelle. Ich will aber auch betonen, dass die Nähe zu Szczecin/Stettin und auch der demografische Wandel endlich als große Chancen betrachtet werden müssen. Sprachbarieren müssen abgebaut werden.
Sorry, dass es jetzt so lang wurde, aber diese Worte waren mir dann doch nochmal sehr wichtig.
Für Kritik, Hinweise oder Anregungen bin ich dankbar.
Beste Grüße und allen noch ein schönes Wochenende
Euer und Ihr Patrick Dahlemann