Freie Wähler zu Gast bei E.ON in Landshut
MdL Jutta Widmann und Hubert Aiwanger informieren sich über erneuerbare Energien
Die Entwicklung der Erneuerbaren Energien in Bayern war Thema eines Informationsgespräches, das die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Jutta Widmann und Hubert Aiwanger, mit der E.ON Bayern AG führten. Markus Schwürzenbeck, der bei E.ON Bayern für Einspeisung regenerativ erzeugter Energie in das regionale Stromverteilnetz des Energieunternehmens zuständig ist, schilderte den Mitgliedern des Bayerischen Landtags den Zuwachs der Erneuerbaren Energien in Bayern und im Netzgebiet des Unternehmens. Der größte Zuwachs sei in Bayern laut Schwürzenbeck bei der Photovoltaik zu verzeichnen. Ende 2010 waren in Bayern rund 6.400 Megawatt Photovoltaikleistung installiert, allein im Netzgebiet von E.ON Bayern 3.200 Megawatt. Ende des letzten Jahres lag die installierte Photovoltaikleistung im Netz der E.ON Bayern bereits bei 4.300 Megawatt. „Mittlerweile speisen 200.000 PV-Anlagen in unser Netz ein. Bei E.ON Bayern haben wir mehr Photovoltaik installiert, als dies in ganz USA der Fall ist“, so Schwürzenbeck. Der Anteil der Regenerativen Energien beträgt im E.ON Bayern-Netz bereits heute 38 Prozent. Aufgrund des hohen PV-Anteils sei die Einspeisung aber sehr abhängig, von der Sonnenscheindauer /Jahr.
Hubert Aiwanger sprach in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit der Entwicklung der Speichertechnologie an. „Mit der Integration von Speicherkapazität ins Netz wird die Photovoltaik deutlich effizienter“, hielt der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Bayerischen Landtag fest. Seine Landtagskollegin Jutta Widmann hob die Biomasse als eine im landwirtschaftlich geprägten Niederbayern besonders bedeutende regionale Erzeugungsform hervor. Auch hier ist nach den Worten Schwürzenbecks in den letzten Jahren ein stetiger Zuwachs der Einspeiseleistung zu verzeichnen. „Rund 80 Prozent der installierten EEG-Leistung in unserem Netz beruht auf Photovoltaik, und nur rund zehn Prozent entfallen auf Biomasse. Die Biomasse (Biogas,Holzpellets) hat jedoch eine wesentliche höhere Verfügbarkeit“,erklärte Schwürzenbeck.
Landtagsabgeordnete Jutta Widmann wollte in diesem Zusammenhang wissen:“Warum wurde ein Biogaserzeuger in letzter Zeit öfters vom Netz
genommen“? Herr Schwürzenbeck meinte, dass dies auf einen sog. Webfehler des alten Erneuerbaren Energien Gesetzes zurückzuführen sei. Mit der großen Anzahl an installierten PV-Anlagen kommt es an Spitzentagen zur Netzüberlastung, sodass Einspeiser vom Netz genommen werden müssen ,um das Netz zu schützen. Mit der Novellierung des EEG 2012 können nun auch PV-Anlagen über 100 KW vom Netz genommen werden und nicht nur Windkraftanlagen und Biogaserzeuger. Der dadurch entgangene Nutzen wird jedoch nach dem Gesetz auf Nachweis entschädigt. Widmann und Aiwanger betonten im weiteren Gespräch, dass die Freien Wähler der Energiewende zum Erfolg verhelfen wollen. Landtagsabgeordnete Jutta Widmann meinte: „Deutschland muss und soll eine Vorreiterrolle bei den Erneuerbaren Energien einnehmen, da wir das Know-how und das notwendige Innovationspotenzial besitzen, um die Energiewende zu schaffen. Die Bevölkerung möchte jedoch eine Rechtssicherheit haben, damit sie positiv mitwirken kann.“
Energiewende: Wir müssen auf Autarkie bei der Stromerzeugung in D verzichten. Dafür haben wir den europäischen Strom-Binnenmarkt. Was wir brauchen sind Leitungen und Netze! Da ist es höchste Zeit! Die Übersubventionierung von Photovoltaik muss deutlich zurückgeführt werden, denn wenn die Sonne scheint, haben wir genug Strom und wenn sie nicht scheint, nutzt auch die Einspeisevergütung nichts. Wir brauchen auch keine treuren Gaskraftwerke und schon gar keine Subventionen dafür! Die Ausnahme von der Belastung mit EEG-Umlage und Leitungsentgelten für die besonders stromintensiven Betrieb ist goldrichtig. Und Innovation und Technikfreundlichkeit braucht das Land.
Pro Jahr kostet die Förderung Erneuerbarer Energien jeden Haushalt derzeit rund 125 Euro. Obwohl die Photovoltaik nur drei Prozent zur Energieerzeugung beitrage, sei die von allen Verbrauchern erhobene Umlage zur Förderung der Solarenergie auf sechs Milliarden Euro gestiegen, so Rösler.
FREIE WÄHLER kritisieren Verunsicherung der Photovoltaikbranche durch Wirtschaftsminister Zeil und Rösler
Bayern ist Deutscher Meister bei EEG-Umlage
Die FREIEN WÄHLER haben Bayerns Wirtschaftsminister Zeil sowie Bundeswirtschaftsminister Rösler wegen widersprüchlicher Äußerungen zum Ausbau der Photovoltaik in Deutschland kritisiert. Thorsten Glauber, energiepolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, sagte, die beiden Minister sollten endlich aufhören, die Photovoltaikbranche mit ihren inhaltlich täglich wechselnden Pressemitteilungen zu verunsichern. „Die Zielrichtung von Zeil und Rösler ist leicht durchschaubar: Nur wegen eines starken Photovoltaikausbaus im Dezember vergangenen Jahres soll das neue Energie-Einspeise-Gesetz, das gerade einmal 17 Tage alt ist, wieder in Frage gestellt werden. Dazu liefert Rösler gleich mehrere Vorschläge, die weder den Ausbau der Erneuerbaren Energie beschleunigt noch eine Planungssicherheit für Mittelstand und Produkthersteller gewährleistet.“
Einerseits verfolge Rösler eine Deckelung des Photovoltaikausbaus, um anschließend mit Ökostromquoten und Zertifikaten aufzutrumpfen, so Glauber weiter. Dabei bestätige eine Studie des Fraunhofer-Instituts, dass Quotensysteme definitiv nicht zu weniger Kosten bei der Ökoenergieförderung führten. Das Problem der Solarförderung reguliere sich nach dem neuen Energie-Einspeise-Gesetz (EEG) vielmehr von selbst. „Innerhalb der kommenden zwölf Monate dürfte die Einspeisevergütung um etwa 35 Prozent fallen - somit ist Solarstrom wesentlich günstiger als der Bezugsstrom. Wenn Rösler die Entlastung der Bürger von der EEG-Umlage am Herzen liegt, dann sollte er nicht eine große Zahl von Firmen von der Mitfinanzierung am EEG befreien. Durch seinen Vorstoß werden nur ausgewählte Betriebe entlastet; die Mehrzahl der Unternehmen hat jedoch mit steigenden Stromkosten zu rechnen – das ist geradezu wirtschaftsfeindlich.“
Glauber sagte weiter, bereits heute flössen mit jährlich 1,1 Milliarden Euro die meisten Gelder aus dem EEG nach Bayern – „ein Segen für Mittelstand und Handwerk. Allein das zeigt, dass die FDP ihre Wirtschaftskompetenz komplett abgegeben hat, denn die Erneuerbaren Energien sind inzwischen einer der bedeutendsten Wirtschaftsmotoren für Bayern.“