Tja, der noch billige Atomstrom hat also Frankreich eine Riesenlast für die Zukunft aufgeworfen.
PARIS, 31. Januar (AFP) - Der französische Rechnungshof hat
am Dienstag erstmals Zahlen zu den Kosten der Atomenergie genannt,
die in Frankreich drei Viertel der Stromversorgung ausmacht. Seit
dem Bau der ersten Atomkraftwerke seien 228 Milliarden Euro in die
Atomenergie geflossen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten
400-Seiten-Bericht. Allein der Bau der Atommeiler habe 121
Milliarden Euro verschlungen. Für die private und staatliche
Forschung seien seit den 50er Jahren 55 Milliarden Euro ausgegeben
worden.
Keine Zahlen nannte der Rechnungshof für eine Stilllegung von
Atomkraftwerken und die langfristige Lagerung des Atommülls. Da gebe
es noch «Unsicherheiten». Die jährlichen Kosten für die
Instandhaltung der Atomanlagen werden sich laut Rechnungsprüfern bis
2025 mehr als verdoppeln, auf durchschnittlich 3,7 Milliarden statt
1,7 Milliarden Euro im Jahr 2010.
Laut dem Präsidenten des Rechnungshofes, Didier Migaud, dürfte
Frankreich in zehn Jahren seinen Atomstrom fast zur Hälfte aus
überalterten Reaktoren beziehen. Dem größten Atomstromproduzenten
Europas fehle es an Geld, um seine alten Reaktoren vom Netz zu
nehmen, sagte Migaud der Zeitung «Le Monde». Bis 2022 erreichen 22
der 58 Atomreaktoren des Landes das übliche Höchstalter von 40
Jahren.